„Kulturbus“ durchs Oderbruch geplant

Foto: Lienhard-Schulz.

Presseeinladung zur ersten Probefahrt / Abfahrt 12. Februar 2019, 14.30 Uhr in Bad Freienwalde

Das Oderbruch – lange Alleen, weite Felder, aber so gut wie keine öffentlichen Verkehrsmittel. Touristen und Kulturbesucher können sich dort an den Wochenenden ohne Auto kaum fortbewegen. Zudem gibt es nur wenige Übernachtungsmöglichkeiten. Eine Situation unter der das Theater am Rand schon lange zu leiden hat. Besucher der Abendvorstellungen sitzen in Zollbrücke fest. Ähnliche Sorgen hat die Tourismus GmbH in Bad Freienwalde, wenn Touristen gern mal an die Oder fahren möchten. Es gibt keine Busverbindungen dort hin. Theatergründer Tobias Morgenstern hat sich mit dem Landkreis Märkisch-Oderland und der Bad Freienwalde Tourismus GmbH zusammengesetzt, um künftig an Wochenenden einen „Kulturbus“ durchs Oderbruch touren zu lassen. Erste Vorstellungen gehen von einer Route aus, die in Bad Freienwalde am Bahnhof startet und zum Theater am Rand führt. Zwischenstationen könnten der Fontaneort Schiffmühle, der Oderbruch-Dom in Neuküstrinchen und Wriezen sein. Zurück geht’s über die Alte Heerstraße durch Altranft.

Bereits ab Ostern könnte der Traum von einem Saisonbus Wirklichkeit werden, wenn alle Entscheidungsträger mitziehen. Um sie von diesem Vorhaben zu überzeugen, startet am Dienstag, dem 12. Februar 2019, um 14.30 Uhr eine erste Probefahrt. Medienvertreter und Interessierte sind herzlich eingeladen. Die Fahrt beginnt am Marktplatz in Bad Freienwalde und dauert etwa zwei Stunden. Rückfragen an Heiko Walther-Kämpfe, Telefon: 03344 150890.Hintergrund: „Der Bus soll natürlich nicht nur Touristen vorbehalten sein, die zum Theater am Rand wollen, sondern könnte auch eine begrenzte Zahl an Rad-Touristen mitnehmen“, so Tobias Morgenstern. Geplant sei ein Niederflurbus, der zudem mit einem Fahrradträger ausgestattet ist. In einem zweistündigen Rhythmus würde der Bus seine Runde durch das Bruch drehen. Fahrgäste könnten zum Beispiel am Fontanehaus in Schiffmühle aussteigen, nach ihrem Besuch dort noch zum Grab von Fontanes Vater nach Neutornow wandern und dort wieder in den Bus steigen und weiterfahren. Die Fahrkarte soll als Tageskarte zum beliebigen Aus- und Einsteigen berechtigen. Der letzte Bus fährt nach Theaterschluss von Zollbrücke nach Eberswalde und wird so eingerichtet, dass er den letzten Zug nach Berlin erreicht.

Tobias Morgenstern schätzt ein, dass das Theater am Rand pro Jahr etwa 25.000 Besucher, vorwiegend Berliner, verzeichnet. Mithilfe des Busses könnte nicht nur Bad Freienwalde von diesen Zahlen profitieren. „Auch für die Einwohner der angrenzenden Gemeinden wäre eine Erweiterung ihrer Mobilität und damit eine bessere Verbindung der Ortsteile wünschenswert“, so Ilka Krüger, die Geschäftsführerin der Tourismus GmbH.

Erste Nachfragen zum Busstart seien sofort nach dem Erscheinen erster Presseartikel in der Tourismus GmbH eingetroffen. Die Initiatoren dieses Projektes gehen davon aus, dass Berliner vor dem Theaterbesuch die Kurstadt und die an der Strecke liegenden Gemeinden besuchen oder auf der Rückfahrt dort Übernachtungsmöglichkeiten nutzen. Ilka Krüger und Tobias Morgenstern wollen in Bad Freienwalde, Wriezen und in den Gemeinden um Unterstützung werben. Die Stadtverordnetenversammlung von Bad Freienwalde hatte bereits am 31. Januar 2019 positiv für dieses Vorhaben votiert. Ein Ausbau des Netzes und eine Kooperation mit den polnischen Nachbarn sei in den kommenden Jahren definitiv nicht ausgeschlossen, glaubt Ilka Krüger.